Hundepsychologische Verhaltenstherapie

 

Wann und warum sollte ich mich mit dem Problem an einen Hundepsychologen oder Tierarzt mit Zusatzbezeichnung „Verhaltenstherapie“ und nicht an eine Hundeschule oder einen reinen Hundetrainer wenden?

 

Die hundepsychologische Verhaltenstherapie wird bei größeren Verhaltensauffälligkeiten und echten Verhaltensstörungen, Traumata, extremer Angst und übermässiger Aggression angewandt. In diesen Fällen kommt es nicht selten zu langandauerndem Stress und körperlichen Beeinträchtigungen bis hin zu Erkrankungen und sogar Depressionen beim Hund. Häufig ist dazu das Zusammenleben von Hund und Halter stark beeinträchtigt. Hier ist ein reines Training nicht hilfreich und verschlimmert in vielen Fällen die Situation weiter. Aber auch die falschen oder falsch angewandte Therapiemethoden können das Problem verschlimmern oder neue Probleme verursachen.
 

Meine aktuellen Angebote im Bereich der hundepsychologischen Verhaltenstherapie bei Ihnen vor Ort

  1. Angstverhalten und extreme Scheue
  2. Hyperaktives Verhalten
  3. Abnormal-repetetives Verhalten (Stereotypie und Zwangsverhalten)
  • Rute jagen, sich im Kreis drehen
  • Leckdermatitis, Flanke saugen
  • Autoaggression, Angriffe auf den Futternapf
  • Heulen, rhythmisches Bellen
  • Schattenstarren
  • Lichtreflexe jagen
  • ...

Zusätzlich zu diesen drei obengenannten Bereichen biete ich innerhalb der hundepsychologischen Verhaltenstherapie - aufgrund der hohen Auslastung - für folgende unerwünschte Verhaltensweisen aktuell nur noch erste Hilfe per Videokonferenz an:

 

  • Störungen des Ernährungsverhaltens
  • Aggressionsverhalten
  • gegenüber Familienmitgliedern, fremden Menschen, anderen Tieren im Haushalt
  • territorial
  • bezogen auf Ressourcen
  • ...
  • Trennungsstress und echte Trennungsangst
  • Unsauberkeit - sich Lösen oder Markierverhalten im Haus

 

Bitte beachten Sie, das plötzlich gezeigte Unsauberkeit und auch das Markierverhalten im Haus in den meisten Fällen eine körperliche Ursache haben (Schmerzen oder Erkrankungen)!

 

 

Wie schaut die erste Hilfe aus?

Sie schildern mir in einem ersten kostenlosen Telefonat Ihr Anliegen, und ich erläutere Ihnen die mögliche erste Hilfe, die ich Ihnen über eine Videokonferenz anbieten könnte.

 

Erste Hilfe-Konferenzen beeinhalten zumeist, Erläuterung möglicher Ursachen und Gründe für das Verhalten Ihres Hundes, Empfehlungen für Management, erste Trainings- und/oder Therapieempfehlungen, gegebenfalls Vorstellung Ihres Hundes bei einem Tierarzt oder Physiotherapeuten und/oder Empfehlung der Konsultation einer meiner KollegInnen. Die Abrechnung erfolgt nach Zeit.

 

 

Was zeichnet eine echte Verhaltensstörung aus?

Vereinfacht ausgedrückt: die Mehrheit aller Hunde würde in der jeweiligen Situation das Verhalten nicht zeigen. Im Normalfall ist das vom Hund gezeigte Verhalten nicht einmal Bestandteil der typischen Verhaltensweisen von Hunden.

 

Ursachen für größere Verhaltensauffälligkeiten und echte Verhaltensstörungen können u. a. folgende sein:

  • Erkrankungen
  • Traumatische(s) Erlebnis(se)
  • langandauernder oder immer wiederkehrende negative Stressbelastungen
  • mangelnde Habituation und/oder Sozialisation
  • Zucht und Aufzucht
  • soziales Umfeld und Haltungsbedingungen
  • aversives Training und mangelnde, falsche oder exzessive Auslastung

Der Ablauf einer hundepsychologischen Verhaltenstherapie

  1. Analyse
  2. Beurteilung des Verhaltens
  3. Erstellen eines Therapie- und Trainingsplans
  4. Umsetzung in einzelnen Schritten

Nach einem ersten Telefonat findet ein ausführliches Gespräch bei Ihnen oder per Videokonferenz statt. Im Rahmen dieses Gesprächs fülle ich anhand Ihrer Schilderungen einen ausführlicher Fragebogen aus, bzw. Sie füllen mir diesen vorab aus und schicken ihn vor dem Termin zurück. Gegebenenfalls - und mit Ihrer Zustimmung - erstelle ich - beim Termin vor Ort - auch eine Videoaufzeichnung. Sie können mir aber auch gerne ein Video zeigen, welches Sie im Vorfeld aufgenommen haben oder es mir vorab zur Verfügung stellen.

 

Das Ganze dient dazu eventuell bestehende Zusammenhänge zwischen der allgemeinen Situation, dem eigentlichen Problemverhalten, den daraus resultierenden Konsequenzen und den bestehenden Bedingungen zu erkennen. Kurz gesagt, wir machen uns auf die Suche nach möglichen Ursachen und Auslösern. In diesem Gespräch erläutere ich Ihnen notwendige und / oder empfehlenswerte Managementmaßnahmen, gebe Ihnen hilfreiche weitere Tipps, und wir beginnen vielleicht schon mit einem ersten Trainingsschritt oder einer vorbereitenden Übung.

 

Anhand der gewonnen Informationen erstelle ich eine Verhaltensbeurteilung. Im nächsten Schritt erstelle ich dann einen Therapieplan, der ganz speziell auf Ihre individuelle Situation mit Ihrem Hund zugeschnitten ist. Sie erhalten eine Version des Plans mit Anleitungen und bei Bedarf zusätzliche Handzettel zu den einzelnen Schritten. Wir gehen die wichtigsten Therapie- und Trainingsschritte dann jeweils in Einzelstunden bei Ihnen vor Ort oder per Videokonferenz gemeinsam durch.

 

Bei echten Angststörungen, Zwangsverhalten, Stereotypien und anderen komplexeren Problemstellungen begleite ich zumeist alle Therapieschritte; ansonsten nach Bedarf. Sowohl bei Ihnen als auch bei Ihrem Hund wird sich im Laufe der Therapie einiges tun und verändern. Falls es sich also ergeben sollte, werden Therapie und Plan selbstverständlich den sich verändernden Gegebenheiten angepasst.

 

Im Laufe der Trainingseinheiten vermittle ich Ihnen außerdem das erforderliche Wissen über die Bedürfnisse, die Fähigkeiten, das Verhalten, die Kommunikation und das Lernverhalten, sowohl Ihres Hundes als auch allgemein von Hunden. Die meisten Termine finden bei Ihnen statt. Der Vorteil liegt darin, dass ich Sie und Ihren Hund im gewohnten Umfeld kennen lerne und erlebe.

 

  • Bei Verhaltensproblemen, wie Angst, Leinenaggression, Ressourcenaggression, ... werden wir das Verhalten möglichst nicht auslösen. Da ich weiß, wie diese Verhaltensweisen sich äußern, sind Ihre detaillierten Schilderungen und eventuell ein Tagebuch, was ich Sie zu führen bitte, meist völlig ausreichend. Zum einen bestärkt jedes Zeigen des unerwünschten Verhaltens Ihren Hund weiter in seiner bisherigen Strategie, zum anderen besteht durch das Auslösen von Angst die Gefahr der Zerstörung des Vertrauensverhältnisses und das Auftreten gesundheitlicher Folgen.
  • Die Anzahl der Beratungen ist je nach Grad der Verhaltensstörungen individuell verschieden.

 

 

- Bei Verdacht auf Erkrankung als mögliche Ursache, empfehle ich eventuell bereits vor Aufnahme der Therapie / des Trainings die Vorstellung Ihres Hundes bei Ihrem Tierarzt oder einem Spezialisten. -