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Wenn der Hund nicht hört, ...

  1. Hat er Sie eventuell überhaupt nicht gehört, denn er widmet gerade seine ganze Konzentration der Mäusejagd und die Umwelt ist komplett ausgeblendet.

  2. Vielleicht sind Sie also in diesem Moment nicht interessant genug. Er hat sie zwar gehört, aber das Buddeln ist nunmal gerade der größte Spaß.

  3. Hat er vielleicht Angst vor 'Strafe', weil Sie ihn, wenn er mal nicht sofort auf Sie gehört hat, ausgeschimpft haben, oder jedes Mal, wenn Sie ihn rufen, ist aus seiner Sicht der Spaß vorbei (Spielende).

  4. Hat Ihr Hund vielleicht einfach nicht noch richtig gelernt, was Sie von ihm erwarten?

  5. Ist Ihr Hund vielleicht gerade in einem Konflikt und versteht nicht, was Sie von ihm möchten? Sie rufen zwar seinen Namen, aber Ihre Körpersprache und Stimme signalisieren ihm - durch eine laute, vielleicht sogar erregte Stimme und eine frontale Körperstellung - eher ein 'bleib weg‘.

Und nun, was tun?

Was den letzten Punkt angeht, ist es eigentlich ganz einfach und löst unglaublich häufig das Problem generell: Ein deutliches Signalwort mit freundlicher aber bestimmter Stimme und einer einladenden freundlichen Körpersprache (seitliches Stellen zum Hund), das war‘s.

 

Was das Training angeht, hier sind ein hundegerechter step-by-step Trainingsaufbau, ein eindeutiges möglichst kurzes Signalwort und das richtige Timing ganz besonders wichtig. Achten Sie außerdem darauf, das nicht immer, wenn Sie Ihren Hund rufen, der Spaß vorbei ist, sondern lassen sie ihn häufiger genau dann erst beginnen. Rufen Sie Ihren Hund immer wieder mal ab und lassen Sie ihn sofort zur Belohnung wieder in den Freilauf, zurück zu den Artgenossen oder beginnen Sie ein tolles Spiel mit ihm.

 

Machen Sie sich für Ihren Hund interessanter als das, was ihn davon abhält auf Sie zu hören. Dazu bedarf es in den meisten Fällen nicht mehr, als das Smartphone in der Tasche zu lassen und die Spaziergänge aktiv mit dem eigenen Hund zu gestalten. Und ehrlich gesagt: Ihr Hund muss Sie nicht toll finden, weil Sie - sein Frauchen oder Herrchen - sind, sondern, weil Sie Verantwortung übernehmen, souverän handeln, dem Hund Sicherheit und Verlässlichkeit bieten und ihm ein Vorbild sind (Stichwort soziales Lernen). Dazu gehören weit vorne weg Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Zugewandtheit.

 

Tja, und was das Jagdverhalten angeht, beim einen oder anderen reicht es, wie in diesem Fall z. B., etwas wie die kontrollierte Mäusejagd unter Signalkontrolle zu stellen. Bei anderen ist, solange bis über ein intensives Training etwas erreicht werden kann, Management, wie z. B. Anleinen in wildreichen Gebieten oder in der Nähe ballspielender Kinder, angesagt.